Was wir tun


Auf dem Weg ans Ufer

 

Ich werde nicht mit Dir hinübergehen -

 

aber ich begleite Dich an die Grenze.

 

Ich werde den Schmerz nicht von Dir nehmen -

 

aber ich werde mit Dir fühlen.

 

Ich werde die Angst nicht weg machen -

 

aber ich stehe mit Dir im Feuer.

 

Ich werde nicht verneinen, was ist -

 

aber ich reiche Dir die Hand,

 

auf der Suche nach dem Warum und dem Ja.

 

Ich werde Dir keine Ratschläge geben -

 

Aber ich werde Dich hören.

 

Ich werde Dich nicht aufgeben.

 

Ich werde Dich los lassen,

 

wenn die Zeit kommt

 

und ich bin mit all meinem Respekt

 

und mit meiner Liebe

 

bei Dir und Deinem Weg,

 

bis an Ufer.

 

 

 

(von Mu - un Ra)

 


Der Lingener Hospiz e.V. gehört seit 1996 zu den über 1000 ambulanten Hospizgruppen in Deutschland. Er war einer der ersten im Emsland. Unser Verein steht für ein Lebensverständnis, das den Tod als Teil des Lebens versteht. Das Verständnis für die Endlichkeit des Lebens und die daraus resultierende Natürlichkeit des Sterbens vermitteln unsere ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter in einer umfassenden Hospizarbeit.

 

Der Lingener Hospiz e.V. ist ein ambulanter Hospizverein, d.h. begleitet werden Sterbende und deren Angehörige im häuslichen Umfeld, im Alten- oder Pflegeheim, im Krankenhaus oder auf der Palliativstation durch ehrenamtliche Hospizbegleiter – bis dass der Tod das Leben vollendet hat.  Den Wunsch vieler Menschen, zuhause sterben zu dürfen, nehmen wir sehr ernst und unterstützen dieses Bedürfnis nach unseren Möglichkeiten.


Für alle Hospizmitarbeiter ist auch "das innere Hospiz" eine wichtige Art und Weise der Auseinandersetzung mit der letzten Lebensphase eines Menschen. Hierbei muss sich jeder Einzelne die ganz persönlichen Fragen stellen: Wie lebe ich und wie möchte ich sterben? Welchen Sinn haben Leben und Tod für mich? Woher bekomme ich meine Kraft, um diese Arbeit immer wieder mittragen zu können?  Das eigene, daher „innere Hospiz" muss ergründet, gepflegt und versorgt werden, um den Fragen des zu Begleitenden und denen der Angehörigen standzuhalten. Die Mitarbeiter werden in internen Gruppenkursen und Weiterbildungen darauf vorbereitet, sich ganz dem zu Begleitenden und seinen Angehörigen zu widmen, um nicht eigene Ängste, Gedanken und Fragen in den Abschied des Sterbenden zu tragen.

Einen weiteren entscheidenden Bereich der Hospizbewegung bildet die Trauerbegleitung. Der Tod eines geliebten Menschen kann unser Selbstverständnis, unsere Identität zutiefst erschüttern. Plötzlich fehlt das „Du“, die „zweite Hälfte“ von einem selbst. Hier stehen dann ehrenamtliche Trauerbegleiter behutsam den Angehörigen zur Seite. Den Hinterbliebenen wird die Möglichkeit geboten, in Einzelgesprächen über den Verlust zu reden oder sich in Trauergruppen mit anderen Menschen auszutauschen. Die Vermittlung professioneller Hilfe spielt hierbei ebenfalls eine tragende Rolle.

 

Auch die Öffentlichkeitsarbeit gehört zu den Hauptaufgaben unseres Vereins. Zu ihr gehören diverse Veranstaltungen, wie Vorträge, Konzerte und Veröffentlichungen in den Medien, damit andere Anschauungen von Leid, Sterben, Tod und Trauer ermöglicht werden können.

 

Die Begleitung und alle anderen Angebote des Lingener Hospiz e.V. ist kostenfrei.

 

Ablauf einer Begleitung

Eine unserer hauptamtlichen Koordinatorinnen Irmgard Lucas, Helene Krieger-Friedrich oder Jeanette Richter führt nach Anfrage zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Hilfesuchenden entweder im Büro, im häuslichen Umfeld, im Alten- oder Pflegeheim, im Krankenhaus oder auf der Palliativstation und bespricht gemeinsam Wünsche und Bedürfnisse der beteiligten Personen.

 

Danach wählt die Koordinatorin geeignete ehrenamtliche Mitarbeiter aus, die den Sterbenden, Schwersterkrankten oder Angehörigen auf  ihrem Weg begleiten dürfen. Die Ehrenamtlichen sind professionell geschulte HospizbegleiterInnen und TrauerbegleiterInnen. Sie entlasten Angehörige, unterstützen und beraten Betroffene. Sie unterliegen der Schweigepflicht.

Unsere geschulten Trauerbegleiterinnen unterstützen auch Ihr Kind im Falle der Trauer.

 

Weitere Informationen zur Sterbe- und Trauerbegleitung.

 


Aufgaben und Ziele


  • Begleitung von Sterbenden und Trauernden sowie deren Angehörigen
  • Begleitung von Familien mit einem erkrankten Kind
  • Begleitung von trauernden Kindern und Jugendlichen
  • Begleitung von behinderten Menschen
  • Psychosoziale Begleitung
  • Spiritueller Beistand
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Hospizliche / Palliative Beratung
  • Netzwerkarbeit
  • Öffentlichkeitsarbeit